Erstes DSL Webinar endet mit klarem Appell zur Datennutzung - ein Nachbericht!

Die Teilnehmer:innen der ersten Online Session von Data Saves Lives am 6.12.2022 formulieren am Ende der Session einen klaren Appell an die Politik: Regelt endlich die Möglichkeiten der Datennutzung! Adressiert werden darüber hinaus Ärztinnen und Ärzte mit der Bitte, deren Blockadehaltung zu beenden, sich zu vernetzen und die Digitalisierung als Chance zu begreifen, bessere Medizin zu machen.


Sie sind gut informiert, vernetzen sich zunehmend und sie wollen nicht länger warten. In der ersten Online Session von Data Saves Lives Deutschland am 6. Dezember 2022, kamen neben den Organisatoren, Birgit Bauer und Ihno Fokken, auch viele Menschen mit Erkrankungen, sowie Vertreter:innen verschiedener Patientenorganisationen zu Wort, die ansonsten immer noch zu selten gehört werden. 33 Teilnehmer:innen, die meisten davon entweder Patient:innen oder Vertreter:innen von Patientenorganisationen waren gekommen, um zu zuzuhören und um zu diskutieren. Ihre Stimmen gehören zwingend in den Kanon, wenn es um die zukünftige Ausgestaltung des Gesundheitswesens geht und darum, welche Chancen die Digitalisierung für eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten hat. Data Saves Lives Deutschland ist angetreten, die Gesundheitskompetenz von Patient:innen wie Bürger:innen zu stärken und diese Stimmen hörbar zu machen. 


Eigene Erfahrungen als Treiber 

Auch an diesem Nachmittag wird klar, dass wichtige Themen zumeist von Menschen getrieben werden, weil diese Teil ihrer eigenen Geschichte sind. Angefangen bei Nick Schneider, Leiter des Referats Grundsatzfragen neue Technologien und Datennutzung im Bundesgesundheitsministerium, das die DSL Deutschland Initiative fördert. Seinen Impuls beginnt er mit seiner eigenen Erkrankungsgeschichte als Kind, die nur weitergehen konnte, weil grenzüberschreitend und interdisziplinär zusammengearbeitet wurde. So traf sein Impuls „Gesundheitsdaten(-nutzungsgesetz) für Patientensicherheit, Versorgung, Forschung und internationale Zusammenarbeit“ den Nerv der Veranstaltung. 

 

Prof. Dr.med. Sylvia Thun, Lehrstuhlinhaberin für Digitale Medizin und Interoperabilität an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, schilderte ebenfalls aus der eigenen und aus der Perspektive einer Ärztin und Wissenschaftlerin, was Gesundheitsdaten aus Patientensicht tun können. „AI und Big Data sind keine Rocket Sciences. Doch wir brauchen Real World Daten, um sie zu trainieren – wir brauchen Medikation-, Verlaufs-, Sensorikdaten und eine bessere Abbildung und Anwendung klinischer Studien“, erläuterte sie und traf dabei auf offene Ohren. „65 % Patienten (Self Tracking Report epatient analytics: https://www.epatient-analytics.com/aktuelles/pm-self-tracking-report/) möchten ihre Daten zur Verfügung stellen, um die Versorgung zu verbessern.“


Informiert. Aktiv. Kämpferisch.

Auch die Teilnehmer:innen wissen, wovon sie sprechen, wenn sie sagen, dass die Zeit drängt. Sie schauen auf das Thema Datennutzung nicht aus der Perspektive der Forschenden. Sie schauen auf das Thema aus der Perspektive der Überlebenden, aus der Perspektive derer, die es betrifft. Wie DSL-Beiratsmitglied Bernd Rosenbichler, dessen Sohn Ben mit dem Alström-Syndrom lebt, einer seltenen Multisystemerkrankung, die auch unter Mediziner:innen wenig bekannt ist. „Ich habe ein sehr einfaches Verhältnis zum Thema Datenschutz bzw. deren Nutzung. Mein Sohn stirbt, wenn wir nicht so schnell wie möglich an so viele Daten kommen, wie nur irgend möglich“, führt er aus, „die Alternative oder nur eine Absichtserklärung führt dazu, dass mein Kind früher stirbt. Und das kann und will ich nicht akzeptieren.“


Patient:innen als Expert:innen ihrer eigenen Krankheit


Eva SchumacherWulf, Chefredakteurin des Mamma Mia! Die Krebsmagazine, gründete vor dem Hintergrund ihrer eigenen Brustkrebsdiagnose die Krebsmagazine,  weil so viele ihrer Fragen auf dem Weg unbeantwortet blieben und traf damit auf großes Echo.  „Wir können selbst entscheiden, was wir tun, wir sind nicht Gehirnamputiert“, so Schumacher Wulf in ihrem Impuls und wird ihre Stimme auch aktiv im Beirat von Data Saves Lives Deutschland einbringen. Ein weiteres Problem, das viele Patient:innen kennen: zeitlich limitierte Mediziner.innen, zum Teil nicht so informiert, wie es sein sollte  – vor allem aber in ihren Möglichkeiten gefangen, miteinander zu kommunizieren und relevantes Wissen mit anderen Ärzt:innen zu teilen.

Dies erlebt, in ähnlicher Form,  auch Nicole Hegmann, 1. Vorsitzende des Mastozytose* Selbsthilfe Netzwerks. Mastozytose ist eine seltene Erkrankung, die sich vor allem durch Anhäufungen von Mastzellen in der Haut oder den inneren Organen charakterisiert und die vor weit über 100 Jahren von Paul Ehrlich bereits beschrieben und erforscht wurde. Fehlende oder verfälschte Daten sorgen hier, neben einem Informationsdefizit bei Ärzt:innen dafür, dass bei Diagnosen oft Fehler passieren oder dass benötigte Medikamente von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen werden. Häufig passiert es, so die Patientenvertreterin, dass der ICD10 schlicht falsch angegeben würde, was auch bei erfahrenen Ärzten passieren kann. 

Das Ziel: Information und eine hörbare Stimme aus den Patient Communities!

„Unser Ziel mit DSL DE ist es, zum einen neutral zu informieren, damit Menschen mit Erkrankungen sich eine gute Meinung bilden können. Zum anderen wollen wir Menschen mit Erkrankungen auch ermutigen sich zu äußern und dabei helfen, ihre Stimme lauter werden zu lassen“, so Birgit Bauer, Digital Health & Patient Expert und Gründerin der european digital health academy gGmbH (edha), die mit Ihno Fokken von der Friesischen Freiheit für den Aufbau der deutschen DSL-Community verantwortlich zeichnet.


 Diese erste Online Session und die vielen Stimmen, die sie einte, ist hoffentlich der Auftakt zu mehr Gemeinsamkeiten und Aktionen, die es schwerer machen werden, die Bedürfnisse von Patient:innen über deren Kopf zu verhandeln. 

Übrigens, wenn Sie die Onlinesession nachschauen möchten, können Sie das hier:

Zeigen Sie uns Ihre Stimme - Werden Sie Teil der DSL DE Community und helfen Sie uns bei unserer Umfrage:

https://www.surveymonkey.de/r/KDJ3BNY

Finden Sie Data Saves Lives in Social Media:

Twitter: https://twitter.com/DSL_Deutschland

Instagram: https://www.instagram.com/data_saves_lives_deutschland/

#DSLDECommunity involved oder: Sei ein Teil der Data Saves Lives Bewegung!

Liebe DSL-Community, 

Daten bedeuten auch Leben, Antworten und neue Wege, das ist klar und man könnte es noch weiter ausführen: Daten sagen uns viel über uns, über Gewohnheiten und Entscheidungen. Sei es im Kleinen, wenn wir von Oma einen Rat bekommen, wenn sie ihre Erfahrungen mit uns teilt oder im Großen, wenn Ärzte uns darüber informieren, was die Diagnose bedeutet und was die nächsten Schritte sein können. Daten über Daten, die täglich auf uns einprasseln und die wir irgendwie verwerten. 

Weil wir alle vernünftig wie bewusst entscheiden wollen, oft  auch müssen, um in Sachen Erkrankung nächste, hilfreiche Schritte gehen zu können. In einem Leben mit Multiple Sklerose, das ich seit 17 Jahren führe, durfte oder musste ich viele dieser Entscheidungen treffen und ich muss zugeben, ich war jedes Mal froh, wenn die Informationen, resultierend aus Daten, aussagekräftig genug waren um mich richtig zu entscheiden. Gerade im Bereich Erkrankungen ist das eine wichtige Sache, denn jede Entscheidung für oder gegen eine Therapie, eine OP oder andere Behandlungswege birgt eine Konsequenz und je informierter wir uns entscheiden, desto besser ist es für uns und unser Leben.

Klar ist auch:

Gerade bei Themen wie dem Teilen von Gesundheitsdaten gibt es Unmengen von offenen Fragen, das ist uns sehr klar. Besonders wichtig bei Menschen mit Erkrankungen (auch bekannt als Patient:innen) ist oft das wer macht was wo mit den Daten und zu welchem Zweck? 

Andere machen sich Gedanken, was man zurückbekommt. Wieder andere hadern mit dem Datenschutz und wollen hier mehr wissen, um sich auch bewusst wie informiert zu entscheiden, ob Gesundheitsdaten geteilt werden sollen oder nicht. 

In unserer ersten Online Session, die wir in Kürze zum Nachschauen verfügbar machen, das Team arbeitet schon daran, kamen viele Fragen, Anmerkungen und auch Geschichten auf, die das Interesse am Thema und den damit verbundenen Themen deutlich bekundet haben. 

Die Botschaft war für uns klar: „Wir wollen das diskutieren, wir brauchen die Informationen und den Austausch!“ 

Viele haben uns auch schon Unterstützung angeboten, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Dafür bedanken wir uns auch sehr herzlich, zeigt es doch, wie wichtig Euch das Thema ist. 

Um Eure Interessen und Fragen besser zu verstehen und DSL DE auch in Sachen Inhalte in die richtige Richtung zu lenken, haben wir in den vergangenen Wochen eine Umfrage zum Thema Gesundheitsdaten entwickelt und online gestellt. 

Hier kommt unsere Community ins Spiel, wir brauchen Eure Unterstützung und lösen damit wohl den ersten „Gutschein für Unterstützung“ bei der #DSLDECommunity ein. 

Und jetzt Ihr! :-) Eure Stimme ist gefragt!

Wir würden gerne wissen, was Ihr denkt, welche Fragen es gibt und was Euch bewegt, wenn es um das Thema geht. Kritische Gedanken sind genauso willkommen wie positive Ideen. 

Unterstützt uns dabei, Themen und Fragen zu identifizieren, die die Menschen im Land umtreiben und bei denen wir helfen können, Ansprechpartner, Vernetzungswege und natürlich Antworten zu finden. Für weitere Online Sessions, in denen wir mit Experten diskutieren möchten, für Blogposts und auch unsere Kanäle auf Instagram und Twitter. 

Helft uns dabei, DSL DE zu einem Portal zu machen, das Euch die Informationen liefert, die Ihr braucht. Dafür sind wir da, aber dafür brauchen wir Eure Gedanken. 

Zudem fänden wir es klasse, wenn Ihr diese Umfrage, sowie unsere Kanäle in Eure Netzwerke teilt und uns weiter vernetzt! Damit Eure Stimme laut wird!

Die Umfrage findet Ihr hier: 

https://www.surveymonkey.de/r/6DHN3ZK

Unsere Kanäle: 

Twitter: https://twitter.com/DSL_Deutschland 

Instagram: https://www.instagram.com/data_saves_lives_deutschland/ 

Und in Kürze: Kommt ein neuer Kanal dazu!

Dann wird es sehr bewegt. ;-) 

Vielen Dank schon jetzt, dass Ihr alle ein Teil der DSL Community seid und vielen Dank für Eure Unterstützung! 

Birgit und Ihno


Einladung am 06.12.2022 um 14.00 Uhr: Launch & Learn Data Saves Lives Deutschland stellt sich vor!

Liebe DSL Community, liebe Leserinnen und Leser,

Ende November ging die Initiative Data Saves Lives Deutschland live. Die Initiative gestartet von Birgit Bauer, Patient Expert und Mitglied des Editorial Board von Data Saves Lives Europa hat, gefördert vom Bundesgesundheitsministerium, die deutsche Version als gemeinnütziges Projekt gemeinsam mit Ihno Fokken von der Friesischen Freiheit gelauncht.

Ziel des gemeinnützigen Projektes ist es, das Thema „Teilen von Gesundheitsdaten“ für Patient:innen und Bürger:innen neutral und leicht verständlich aufzubereiten, um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu stärken. Unterstützung erhalten auch Patientenorganisationen, die ihren Mitgliedern ein entsprechendes Informationsangebot machen möchten. Gefördert wird der Aufbau des Portals durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Darum laden wir, das Team von Data Saves Lives Deutschland Sie heute sehr herzlich zu einem „Launch & Learn“ ein, bei unserer einstündigen Onlinesession dabei zu sein und uns wie die Initiative kennenzulernen.

 

             06. Dezember 2022, 14.00 Uhr

Launch & Learn

Data Saves Lives Deutschland stellt sich vor: Gesundheitsdaten im Fokus

 

Das Webinar wird via Zoom veranstaltet. Für die Anmeldung bitte einfach eine eMail an

dsl@friesischefreiheit.com

und wir senden eine Email mit Einladungsdaten zurück!

Die Agenda:

Herzlich Willkommen!

Ihno Fokken, Moderation, Geschäftsführer Friesische Freiheit GmbH

Grußwort BMG

Nick Schneider, Leiter Referat Grundsatzfragen neue Technologien und Datennutzung

Impuls: Gesundheitsdaten(-nutzungsgesetz) für Patientensicherheit, Versorgung, Forschung und internationale Zusammenarbeit

Prof. Dr.med. Sylvia Thun, Lehrstuhlinhaberin für Digitale Medizin und Interoperabilität Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Impuls: Gesundheitsdaten aus der Patientenperspektive

Eva Schumacher-Wulf (Chefredaktion Mamma Mia! Die Krebsmagazine) 

 Diskussionsrunde mit DSL DE Gründerin Birgit Bauer, Sylvia Thun und Eva Schumacher-Wulf (ggf. noch weitere Person), Bernd Rosenbichler  - Moderation Ihno Fokken

Resümee und Ausblick

Birgit Bauer & Ihno Fokken

 

Weitere Kanäle und Kontaktmöglichkeiten:

Instagram: https://www.instagram.com/data_saves_lives_deutschland/

Twitter: https://twitter.com/DSL_Deutschland

 

Wir freuen uns über jede Teilnahme und eine aktive Diskussion aus allen Blickwinkeln!

Vielen Dank und viele Grüße

Birgit Bauer & Ihno Fokken

Patientenbasierte Daten als Schlüssel für die Entwicklung von mHealth-Anwendungen

Jane Guidice lebt mit Arthritis und nutzt digitale Anwendungen für das Smartphone um zum einen ihre Gesundheitsdaten zu verwalten und ihre Erkrankung zu beobachten und bei Veränderungen reagieren zu können. In diesem Blogpost erzählt Jane über ihre Erfahrungen mit der „My Health App“ und die „Arthritis Power App“

Jane erzählt über Pro und Contra ihrer Erfahrungen und erklärt, wo Verbesserungen nötig sind, damit Patient*innen von Apps und Co gut profitieren können.

Herzlich willkommen bei Data Saves Lives Deutschland!

Das Team von Data Saves Lives Deutschland freut sich: Wir haben eröffnet und freuen uns auf Diskussionen, Austausch und die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema “Teilen von Gesundheitsdaten”, in unserem ersten Blogbeitrag von Birgit Bauer lesen Sie mehr über die Geschichte, die #DataSavesLives Bewegung.