AI Act – Was sich ab August 2026 ändert und warum es Dich betrifft auch wenn du das nie geglaubt hättest ...

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AI Act – Was ist das eigentlich?

Wer sich zum ersten Mal mit dem AI Act beschäftigt, könnte über diesen Text stolpern. Er stammt direkt aus der Verordnung:

„Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 300/2008, (EU) Nr. 167/2013, (EU) Nr. 168/2013, (EU) 2018/858, (EU) 2018/1139 und (EU) 2019/2144 sowie der Richtlinien 2014/90/EU, (EU) 2016/797 und (EU) 2020/1828 (Verordnung über künstliche Intelligenz)."

Puh. Ganz schön viel Fachgedöns.

Genau deshalb haben wir uns den AI Act einmal genauer angesehen und übersetzen die wichtigsten Fakten in verständliche Sprache. Wir finden es wichtig, komplexe Themen aus der Welt der Digitalisierung und Gesundheitsdaten verständlich zu machen – raus aus dem Fachgedöns und rein ins Verstehen.

Die Kurzfassung lautet:

Der AI Act ist ein Gesetz der Europäischen Union. Das bedeutet: Es gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten der EU und schafft gemeinsame Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Noch spannender ist aber etwas anderes: Der AI Act ist das weltweit erste umfassende Regelwerk, das den Einsatz von Künstlicher Intelligenz nach einheitlichen Kriterien regelt. Damit betritt die Europäische Union Neuland.

Das Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, Künstliche Intelligenz zu verbieten. Im Gegenteil. Europa möchte Innovation fördern und gleichzeitig Menschen, ihre Grundrechte und ihre Sicherheit schützen.

Das ist keine leichte Aufgabe. Künstliche Intelligenz entwickelt sich in einem unglaublichen Tempo. Fast täglich entstehen neue Anwendungen, neue Möglichkeiten, aber auch neue Fragen.

Wer trägt Verantwortung? Wo liegen Risiken? Was darf KI entscheiden – und was sollte weiterhin ausschließlich in menschlicher Hand bleiben?

Genau hier setzt der AI Act an.

Der AI Act an sich gilt bereits seit August 2024. Viele ihrer Regelungen werden jedoch schrittweise umgesetzt.

Ein wichtiger Meilenstein steht nun kurz bevor: Ab dem 2. August 2026 gelten die meisten Vorschriften umfassend. Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich mit dem AI Act zu beschäftigen.

Vielleicht denkst Du jetzt: Ich entwickle doch gar keine KI. Warum sollte mich das interessieren?

Die Antwort ist überraschend einfach.

Wahrscheinlich nutzt Du Künstliche Intelligenz bereits heute – oft sogar, ohne groß darüber nachzudenken. Vielleicht lässt Du Dir Texte übersetzen, suchst mit KI nach Informationen, nutzt ChatGPT, Copilot oder Gemini, lässt Dir Bilder erstellen oder bekommst in sozialen Netzwerken Inhalte vorgeschlagen, die von KI ausgewählt wurden.

Auch im Gesundheitswesen ist Künstliche Intelligenz längst angekommen. Sie unterstützt beispielsweise bei der Auswertung medizinischer Bilder, hilft dabei, große Datenmengen auszuwerten oder kann Ärztinnen und Ärzte bei Diagnosen und Therapieentscheidungen unterstützen. Gleichzeitig entstehen immer mehr Anwendungen, die Patientinnen und Patienten oder Bürgerinnen und Bürger direkt nutzen können.

Der AI Act soll dafür sorgen, dass all diese Anwendungen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Dahinter steckt ein einfacher Gedanke:

Je größer das Risiko einer KI-Anwendung für Menschen und ihre Grundrechte ist, desto strenger sind die Anforderungen.

So, was bedeutet das für Dich: Stell Dir den AI Act einfach wie eine Ampel vor.

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Je größer das Risiko einer KI-Anwendung für Menschen und ihre Grundrechte, desto strenger werden die Regeln.

Daraus ergeben sich vier Risikostufen.

  1. Unannehmbares Risiko (Verboten)

Die Regel: Diese Anwendungen sind in der Europäischen Union grundsätzlich verboten.

Was bedeutet das für Dich?

Die Europäische Union setzt hier klare Grenzen. KI darf Menschen nicht manipulieren oder ihre Rechte einschränken. Deshalb sind beispielsweise Social-Scoring-Systeme verboten, bei denen Menschen aufgrund ihres Verhaltens bewertet werden. Auch bestimmte Formen der biometrischen Echtzeitüberwachung im öffentlichen Raum sind nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig.

Kurz gesagt: Der AI Act soll verhindern, dass Künstliche Intelligenz gegen Menschen eingesetzt wird.

2. Hochrisiko-Systeme (Streng reguliert)

Die Regel: Je größer die Auswirkungen auf Dein Leben, desto strenger die Anforderungen.

Was bedeutet das für Dich?

Wenn KI wichtige Entscheidungen vorbereitet oder unterstützt, gelten besonders hohe Sicherheitsanforderungen. Die Systeme müssen dokumentiert, geprüft und überwacht werden. Außerdem muss immer eine menschliche Kontrolle möglich sein.

Beispiele:

  • KI unterstützt Ärztinnen und Ärzte bei der Auswertung von Röntgenbildern oder anderen medizinischen Untersuchungen.

  • KI wird in Medizinprodukten eingesetzt.

  • Behörden nutzen KI zur Unterstützung von Verwaltungsverfahren.

Die Verantwortung bleibt dabei immer beim Menschen – nicht bei der KI.

3. Begrenztes Risiko (Transparenzpflicht)

Begrenztes Risiko

Die Regel: Du sollst erkennen können, wann Du mit einer KI interagierst.

Mit dem 2. August 2026 rückt diese Stufe besonders in den Mittelpunkt. Ab diesem Zeitpunkt gelten für viele professionelle Anwendungen neue Transparenzpflichten. Je nach Einsatz muss offengelegt werden, dass KI genutzt wurde oder dass Inhalte vollständig KI-generiert sind.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Person, die KI nutzt, künftig jeden Einsatz kennzeichnen muss. Entscheidend ist immer die Art der Anwendung und die Vorgaben des AI Acts.

Was bedeutet das für Dich?

Transparenz schafft Vertrauen. Deshalb müssen bestimmte KI-Anwendungen kenntlich gemacht werden.

Beispiele:

  • Ein Chatbot sollte deutlich machen, dass er kein Mensch ist.

  • KI-generierte Bilder, Videos oder Audiodateien – insbesondere sogenannte Deepfakes – müssen in vielen Fällen entsprechend gekennzeichnet werden.

So kannst Du besser einschätzen, womit Du es zu tun hast.

4. Minimales Risiko (Kaum Auflagen)

Die Regel: Für diese Anwendungen gelten keine besonderen zusätzlichen Anforderungen.

Was bedeutet das für Dich?

Viele KI-Anwendungen unterstützen uns ganz selbstverständlich im Alltag und gelten als risikoarm.

Beispiele:

  • Spamfilter im E-Mail-Postfach

  • Rechtschreib- und Grammatikprüfung

  • Übersetzungsfunktionen

  • Navigationssysteme

  • KI-gestützte Suchfunktionen

Hier ändert sich für die meisten Menschen wenig. Diese Anwendungen dürfen weiterhin genutzt werden und erleichtern oft den Alltag.

Was bedeutet das jetzt ganz konkret?

Für die meisten Menschen ändert sich zunächst wenig. Du darfst KI selbstverständlich weiterhin nutzen – zum Schreiben, Lernen, Übersetzen oder Recherchieren.

Interessanter wird der AI Act dann, wenn KI professionell eingesetzt wird oder Inhalte veröffentlicht werden. Unternehmen, Behörden, Organisationen und Anbieter von KI-Systemen müssen künftig deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Je nach Anwendung gelten Transparenzpflichten, Dokumentationspflichten oder umfangreiche Anforderungen an Sicherheit und Qualität.

Auch wir bei Data Saves Lives Deutschland haben uns gefragt, welche Rolle Künstliche Intelligenz in unserer täglichen Arbeit spielen soll.

Die Antwort lautet ganz klar:

Ja, wir nutzen KI.

Wir nutzen sie, um Ideen zu entwickeln, komplexe Informationen zu strukturieren, erste Textentwürfe zu erstellen, Übersetzungen vorzubereiten oder uns bei der Recherche unterstützen zu lassen.

Aber wir veröffentlichen keine Inhalte, nur weil eine KI sie erstellt hat. Jeder Beitrag wird von uns gelesen, überarbeitet, ergänzt und sorgfältig geprüft.

Manchmal ist KI für uns einfach ein Sparringspartner. Sie hilft beim Strukturieren, zeigt Gegenargumente auf oder bringt neue Gedanken ins Spiel. Aber reines Copy & Paste? Nö. Da sind wir raus. Wir wollen verstehen, kritisch hinterfragen, recherchieren und Verantwortung übernehmen.

Deshalb recherchieren wir Quellen, gleichen Informationen miteinander ab und bringen unsere eigene Erfahrung aus der Patienten- und Bürgerkommunikation ein. Erst dadurch entsteht ein Beitrag, für den wir Verantwortung übernehmen können.

Für uns ist KI deshalb kein Ersatz für Fachwissen, Erfahrung oder journalistische Sorgfalt. Sie ist ein Werkzeug, das uns hilft, unsere Arbeit effizienter zu gestalten und mehr Zeit für das zu gewinnen, worauf es wirklich ankommt: gute Recherche, verständliche Informationen und den Dialog mit Menschen.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft des AI Acts.

Es geht nicht darum, Künstliche Intelligenz zu verhindern. Es geht darum, sie verantwortungsvoll einzusetzen, zu nutzen und sie als Assistenz zu betrachten.

Wir glauben, dass Vertrauen nicht dadurch entsteht, dass niemand KI nutzt. Vertrauen entsteht dadurch, dass offen mit ihrem Einsatz umgegangen wird, Menschen Verantwortung übernehmen und Informationen sorgfältig geprüft werden. Man nennt das auch digitale Kompetenz. Und ehrlich: Wir brauchen sie alle, denn Digitalisierung ist keine vorübergehende Erscheinung. Sie bleibt – und sie entwickelt sich weiter.

Und dafür ist das Team von Data Saves Lives Deutschland da.

Wenn Du Dich intensiver mit dem AI Act beschäftigen möchtest, findest Du unter diesem Beitrag Links zu den offiziellen Informationsseiten der Europäischen Union, den vollständigen Gesetzestext sowie weiterführende Informationen und praktische Hilfen rund um den AI Act.

Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Digitales/KI/2_Risiko/start_risiko.html

Die offizielle Website zum AI Act, übrigens auch in Deutsch und Englisch verfügbar:

https://artificialintelligenceact.eu/de/

Website der Europäischen Kommission: https://commission.europa.eu/news-and-media/news/ai-act-enters-force-2024-08-01_en